20.10.2016  |  Arbeitsrecht

von Rechtsanwalt André Kappel

Vorzeitige Kündigung bei Insolvenz


Befindet sich der Arbeitgeber im Insolvenzverfahren, kann sowohl der Insolvenzverwalter als auch der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende kündigen, wenn nicht eine kürzere Frist maßgeblich ist. Bei langjähriger Betriebszugehörigkeit und verlängerten Kündigungsfristen führt die verkürzte Dreimonatsfrist für den Arbeitnehmer regelmäßig zu Lohnausfall.

Kündigt der Insolvenzverwalter das Arbeitsverhältnis, so kann der Arbeitnehmer seinen Lohnausfall lediglich als Schadensersatzanspruch zur Insolvenztabelle anmelden.

Diese Möglichkeit besteht allerdings nur bei Kündigung und nicht, soweit das Arbeitsverhältnis bereits in einem Kündigungsschutzverfahren durch Prozessvergleich beendet worden ist.